Autor: Markus Moser

  • Herbstgeflüster

    Langsam kehrt im Lande Ruhe einSchwebender Nebel wabert ums HausBeim wärmenden Ofen möchte ich seinLangsam kehrt im Lande Ruhe einEin leiser Klang drängt still hereinZur Freude für den fernen NikolausLangsam kehrt im Lande Ruhe einSchwebender Nebel wabert ums Haus 2. Oktober 2025 / mmb

  • Irre Normal

    Dem Wahn des Normalendie Irren sich verweigern,verbunden mit inneren Geistern,befreit von äusseren Qualen. Schräg hängend das Bild,ausgebrochen aus dem Rahmen,fliegen Milane ohne Namenim wiedergeborenen Kind. Das Mitleid brauch ich nicht –beim Gleiten über ferne Weltenerreicht bei Normalenkaum jemals ein Gedicht. 9. August 2025 / mmb

  • Normal Normal?

    (Das Normale richtet sich nach Regeln, Normen und anderen menschbestimmten Vorgaben. Und ich denke, das sagt schon genug darüber, wie abnormal das Normale ist.) Dem Wahn des Normalendie Irren sich verweigern,verbunden mit inneren Geistern,befreit von äusseren Qualen. Schräg hängend das Bild,ausgebrochen aus dem Rahmen,fliegen Milane ohne Namenim wiedergeborenen Kind. Das Mitleid brauch ich nicht –beim…

  • Spiegelung

    Der Normale stirbt auf dem Schlachtfeld –die anderen vorher oder danach.10. Juli 2025 / mmb Jeder Versuch, das „Normale“ zu definieren, führt uns zu einer Reflexion über das „Andere“ – und umgekehrt. Es gibt keine „Norm“ ohne „Abweichung“, und keine „Abweichung“ ohne ein dahinter liegendes (und letztlich willkürliches) Bild des Normalen. Psychisch Krisenerfahrene sind in…

  • „Manifest“ eines Unbekannten

    Ein Bekenntnis zur Demokratie im Zeitalter der Zumutungen Weder bin ich ein Amtsträger noch ein Prominenter und auch kein Repräsentant irgendeiner Institution. Als etwas Besonderes sehe ich mich nicht – und genau deshalb schreibe ich. Ich schreibe nicht, weil ich bedeutend bin – ich schreibe, weil ich nicht schweigen will. Das Schweigen und das Leise…

  • bodenlos unsichtbar

    Das Unsichtbare im Bodenlosen – Versuch einer Beschreibung Ohne Licht treibe ich durch einen Raum ohne Wände, ohne Boden. Nichts trägt nichts. Keine Stimme, kein Gedanke, kein Gefühl. Alles, was mich früher gehalten hat – Worte, Nähe, Musik, sogar Schmerz – ist nirgendwo, als wäre das Dasein aufgelöst. Ich falle ohne Aufprall – ich warte…

  • Kreativ

    Es ist still. Die Resonanz bleibt aus, der Applaus bleibt fern. Genau dann ist es wichtig, sich selbst zuzuwenden: Vielleicht sehen es andere nicht – aber das heisst nicht, dass es keinen Wert hat. Ich gehe weiter, für mich: 31. Mai 2025 / mmb

  • wegducken – weggucken

    achtzig Jahre sind’s erst hersich vom Alptraum losgelöstwieder flammt das Verlangenmarschieren mit braunen Banden vergessen der mordende Mobgeweckt durch Lug und Trugfür Heimat, Blut und Rassedem andern in die Fresse „Wenn du anders bist,nützt dir auch das Schweigen nicht.“ 7. Mai 2025 / mmb