bodenlos unsichtbar

Das Unsichtbare im Bodenlosen – Versuch einer Beschreibung

Ohne Licht treibe ich durch einen Raum ohne Wände, ohne Boden. Nichts trägt nichts. Keine Stimme, kein Gedanke, kein Gefühl. Alles, was mich früher gehalten hat – Worte, Nähe, Musik, sogar Schmerz – ist nirgendwo, als wäre das Dasein aufgelöst.

Ich falle ohne Aufprall – ich warte auf einen Halt, doch es kommt keiner. Doch da ist dieses Unsichtbare – eine Kraft, die mich zieht, lähmt, zu zerreissen droht. Kein Name, keine Form, keine Stimme – es ist einfach da, jeden Tag, jede Nacht. Eine Begleitung des Nichts.

Keine Traurigkeit, kein Verlust. Es ist die Abwesenheit von allem. Ich funktioniere – wie ein Roboter, ferngesteuert – aber innen ist es leer. Ich weiss, dass es Worte dafür gibt – Diagnose: schwere depressive Episode. Doch diese Worte beschreiben nicht wie es ist, sie benennen nur, was es zu sein hat.

Und doch: Wenn ich das beschreiben kann – dann bin ich noch hier. Noch imstande, zu fühlen, dass es fehlt. Vielleicht ist das der erste, leise Widerstand gegen das Unsichtbare.


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